Erstellt am 12. Juli 2016, 15:38

von Eva Hinterer

Unter Druck.

Es war kein Asylwerber. Es war auch kein Missbrauch. Die 13-Jährige, die im Mistelbacher Freibad sexuell genötigt worden sein will, hat ihre Behauptung zurückgezogen. Was sie dazu bewogen hat, sei hier dahingestellt.

Mit den Konsequenzen der unwahren Anschuldigung wird sie selbst zurechtkommen müssen. Dass sich jetzt aber der Mistelbacher Bürgermeister Alfred Pohl schwere Vorwürfe gefallen lassen muss, weil er nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein vorübergehendes Badeverbot für Flüchtlinge erlassen hat, schießt übers Ziel hinaus. Er musste eine Entscheidung treffen und er musste sie schnell treffen.

Das wird von einem Bürgermeister in so einer Situation erwartet. Natürlich kann man diese Entscheidung auch falsch finden. Natürlich wäre es besser gewesen, in gemeinsamen Gesprächen gegenseitiges Verständnis zu erzeugen. Aber dafür fehlte die Zeit. Wer will sich ausmalen, was passiert wäre, hätte sich ein Asylwerber inmitten der Hysterie im Bad gesonnt?