Erstellt am 05. Januar 2016, 05:58

von Bernhard Schiesser

Handballer als Vorbild. Bernhard Schiesser über etwas, das sich Österreichs Fußball- vom Handballnationalteam abschauen kann.

Die Entwicklung, die der Österreichische Handballbund (ÖHB) und sein Herren-Nationalteam in den vergangenen Jahren hinlegte, ist bewundernswert. Österreichs Handball dümpelte jahrzehntelang hart an der Wahrnehmungsgrenze dahin, ehe die Heim-Europameisterschaft 2010 als idealer Aufwind zum Höhenflug genutzt wurde. Das ÖHB-Team qualifizierte sich danach noch dreimal für große Turniere. Eine Konstanz, die in den meisten Sportverbänden des Landes seinesgleichen sucht.

Auch die Fußballer schielten vor noch nicht allzu langer Zeit neidisch in Richtung Handballer. Zwar beschritt der ÖFB, ähnlich wie der ÖHB, in der Nachwuchsausbildung neue Wege, anders als bei den Handballern ging die Saat für die Heim-Europameisterschaft 2008 aber nicht rechtzeitig auf. Vielleicht auch, weil der ÖFB erst mit Verspätung den entscheidenden Schritt wagte und mit Marcel Koller einen unbefangenen, ausländischen Fachmann als Trainer holte. Die Handballer waren da bedeutend früher dran.

Sei’s drum. Mittlerweile ist auch das Fußballnationalteam auf europäischem Top-Niveau angekommen. Besser spät als nie!

Das Handballteam ist dem Fußballteam erneut einen Schritt voraus. Diesmal geht es aber darum, eine in die Jahre gekommene Mannschaft umzubauen. Der Zyklus der Generation rund um den St. Pöltner Viktor Szilagyi geht zu Ende. Dieser Umbruch wird bewusst vorangetrieben. Selbst die ein- oder andere Nicht-Qualifikation für ein großes Turnier nimmt der ÖHB in Kauf.

Auch die ÖFB-Kicker Christian Fuchs, Marc Janko & Co. werden ihren Zenit bald überschritten haben. Spätestens dann sollten die Handballer wieder die Vorbilder für die Fußballer sein.