Erstellt am 16. Februar 2016, 05:59

von Anita Kiefer

Image ist tief verankert. Anita Kiefer über gute Leistungen von österreichischen Lehrlingen – und das Image der Lehre.

Die Lehrausbildung in Österreich kann sich sehen lassen, das steht außer Frage. Beweise dafür gibt es genügend. Zum Beispiel: Mehr als 800 junge Männer und Frauen waren es, die vergangene Woche im Festspielhaus in St. Pölten deswegen geehrt wurden. Für ihre großartigen Leistungen  – sie alle absolvierten ihre Lehrabschlussprüfung mit Auszeichnung.

Ein weiterer Beweis: Auch die über die vergangenen Jahre hinweg allesamt guten Ergebnisse der heimischen Teilnehmer an den Welt- und Europameisterschaften der Berufe, den WorldSkills bzw. den EuroSkills, zeigen, dass die heimische Lehrausbildung definitiv eine gute ist.

Und ein dritter: Regelmäßig kommen Delegationen aus dem Ausland nach Österreich, um sich die duale Ausbildung – also den Mix aus Praxis und Berufsschule im Rahmen der Lehrausbildung – näher anzuschauen.

Interessenvertretungen wie die Wirtschaftskammer werben seit Jahren für die Lehre, die sich auch aus finanzieller Sicht für junge Menschen durchaus auszahlen kann  – sieht man von einigen schlecht bezahlten und überlaufenen Lehrberufen einmal ab, stimmt das auch tatsächlich.

Es ist leider neben anderen Faktoren das Image der Lehre, das sie für Jugendliche und deren Eltern unattraktiv macht und den Fachkräftemangel für Unternehmen weiter nach oben treibt. Dieses Image ist tief in der heimischen Bevölkerung verankert. Daran konnten bisher auch diverse Kampagnen nichts ändern. Denn im Zweifelsfall erntet man in Österreich eher für den akademischen Abschluss als für den Gesellenbrief ein anerkennendes Nicken.

Und das ist schade. Denn unabhängig davon, ob man sich für einen Lehrberuf oder ein Universitätsstudium entscheidet: Wichtig ist, was ein Mensch aus seiner Ausbildung macht, nicht welchen Abschluss er hat.