Erstellt am 10. Mai 2016, 06:04

Ist die Fußball-Bundesliga ohne Absteiger denkbar?. Wie denkt ihr darüber? Diskutiert mit und stimmt ab!

 |  NOEN, APA/Dietmar Stiplovsek
x  |  NOEN, Franz Baldauf

PRO:
Gottfried Tröstl,  Bundesliga-Aufsichtsrat und Vorstandsvorsitzender des SKN St. Pölten.

Ja, grundsätzlich schon. Zumindest muss es nicht in jedem Jahr fix einen Auf- bzw. Absteiger geben. Der österreichische Markt ist begrenzt. Er verträgt nur eine Eliteliga mit maximal 12 Vereinen. Die Anforderungen für einen Profibetrieb sind so hoch – es hat überhaupt keinen Sinn, wenn ein Amateurverein aufsteigen will. Und diese Kluft wird immer größer. Mein Vorschlag: Diese Eliteliga wird nur aufgebrochen, wenn es von unten einen Kandidaten gibt, der alle Voraussetzungen erfüllt. Nur dann kommt es zu einer Relegation mit dem sportlich Schwächsten. Ich weiß schon, dass das in Richtung „geschlossene Gesellschaft“ nach Vorbild der großen Profisportligen in den USA geht. Diese sind aber wirtschaftlich erfolgreich. Nachdenken muss man jedenfalls darüber.



x  |  NOEN, APA/Neubauer

KONTRA:
Georg Pangl, Generalsekretär der Vereinigung der europäischen Profiligen (EPFL).

Nein, so etwas ist für mich undenkbar. Alles was in Richtung geschlossene Partie geht, ist am Ende des Tages der Tod des Fußballs. Das gilt für Europa genauso, wie es für Österreich gilt. Bekanntlich gibt es ja auch unter den europäischen Top-Klubs welche, die von einer Art geschlossener „Super League“ träumen. Wir in der EPFL sind dazu da, für einen Interessensausgleich zwischen den großen und den kleinen Ligen zu sorgen. Auf den Punkt gebracht: Alles, was ausufert, ist schlecht fürs Spiel. Würden nur noch die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen, würde das den unglaublichen Siegeszug des Fußballs stark gefährden. Diese kleinen Fußballmärchen und auch die Dramen müssen weiter möglich sein. Ligen mit Auf- und Abstieg muss es weiterhin geben.