Erstellt am 12. Januar 2016, 01:33

von Martin Gebhart

Keine Hofburg – NÖ kann froh sein. Leitartikel von Martin Gebhart über Erwin Pröll und die Bundewspräsidentschaftswahl.

Es gibt viele gute Gründe, das Amt des Bundespräsidenten anzustreben. Nicht zuletzt kann das Amtieren in der Wiener Hofburg der würdige Abschluss einer Polit-Karriere sein. Zum Glück für Niederösterreich hat Landeshauptmann Erwin Pröll noch bessere Gründe gehabt, den starken Hofburg-Rufen zu widerstehen und an der Spitze seines Bundeslandes zu bleiben.

Wer Erwin Prölls Rede beim samstägigen Neujahrsempfang der Gemeindevertreter in Grafenegg gehört hat, dem wurde mehr als deutlich vor Augen geführt, dass der Landeshauptmann keinesfalls deshalb nicht zugesagt hat, weil er in Niederösterreich in Ruhe seine Polit-Laufbahn ausklingen lassen will.

Bei der Rede waren vielmehr ganz klare Ansagen dabei, dass er in seinem und für sein Heimatbundesland noch einiges bewegen will und wird. Und dass er sich dafür auch die nötige Zeit gibt.

Ein entscheidender Punkt muss und wird dabei sein, wie eine Nachfolge geregelt wird. Die Niederösterreicher erwarten sich, dass ein mögliches Gerangel intern abgeklärt wird und die Übergabe dann reibungslos passiert. Noch größeres Interesse daran muss die NÖ Volkspartei haben.

Die – teilweise wilden – Spekulationen und Gerüchte über mögliche Nachfolgekonstellationen im Land, die im Zuge der Diskussionen um das Bundespräsidentenamt aufgetaucht sind, haben eines aufgezeigt: Es gibt hier noch Gesprächsbedarf.

Mit seiner Nicht-Kandidatur hat Pröll deswegen genauso gezeigt: Dass in seiner Lebensplanung auch wichtig ist, dass die Nachfolge an der Spitze des Landes ohne große böse Nebengeräusche abläuft. Von der Hofburg aus hätte er dazu nicht wirklich entscheidend beitragen können.