Erstellt am 24. Mai 2016, 06:04

von Bernhard Schiesser

Keine Reform im stillen Kämmerchen. Bernhard Schiesser über die Reformpläne der Fußball-Bundesliga.

Österreichs Profifußball braucht eine Reform. Wird im bisherigen Modus (zwei Zehnerligen) unter den gegebenen Rahmenbedingungen (Lizenzbestimmungen) weitergespielt, dann ist absehbar, dass sich bald keine 20 Vereine mehr finden, die die entsprechenden Kriterien erfüllen.

Die Tendenz geht in Richtung einer starken Profiliga mit zwölf Vereinen und darunter einer halbprofessionellen Liga mit 16 Vereinen. Viel mehr scheint derzeit noch nicht klar. Zahlreiche Fragen bleiben offen oder können noch gar nicht gestellt werden, weil eben zu wenige Fakten auf dem Tisch liegen. Und dennoch soll am 30. Mai eine Ligareform präsentiert werden, über die die Vereine einen Tag später abstimmen sollen. Vereine wie der SC Wiener Neustadt fühlen sich übergangen. SC-Präsident Hans Reinisch behauptet gar, bewusst hinters Licht geführt worden zu sein.

Klar ist: Die Bundesliga macht sich keinen Gefallen damit, die Reform auf diese Art und Weise durchzupeitschen. Gespräch und Diskussion mit den Vereinen wurden zu wenig gesucht – das sorgt für Misstrauen. Das Tempo setzt die Klubs zudem unter Druck. So setzt man keine Reform um, die auf breiter Akzeptanz fußt.