Erstellt am 18. Mai 2016, 06:44

von Thomas Jorda

Kluge Lektüre steigert das Denkvermögen. Thomas Jorda über eine neue Umfrage in Sachen Lesefreudigkeit.

Die Zahlen sind nicht gut, aber nochkein Grund zu verzweifeln. Richtig süß. In einer IMAS-Umfrage gaben nur 46 Prozent der Befragten an, gerne zu lesen.

In einem vom ORF dazu kurzfristig veranstalteten Online-Voting behaupteten dafür mehr als siebzig Prozent, beinahe täglich zu einem Buch zu greifen. Um zu lesen oder einen wackelnden Tisch gerade zu richten?

Tatsächlich sinkt die Zahl jener, die regelmäßig gute oder schlaue Lektüre in die Hand nehmen. Dabei kann die Bedeutung von Lesen nicht genug betont werden. Wie Sixpacks mit der Zahl der Bauchmuskelübungen immer formschöner werden, steigt das Denkvermögen mit der Intensität kluger Lektüre. Der Körper verlangt sein Recht; aber auch der Geist.

Die positive Aussage der Umfrage war, dass immer noch drei Viertel aller Leserinnen und Leser lieber zu Papier greifen, als auf den Bildschirm zu schauen. Im Fall von Qualitätszeitungen und Büchern mit klugem Inhalt haben sie dadurch eine besonders große Garantie, sorgfältig informiert zu werden.

Das ist wichtig, denn solches ertüchtigt die Menschen, Widerstand gegen alles zu leisten, was Demokratie und Bürgerrechte gefährdet. Lesen heißt Wissen und Wissen heißt Können und Können heißt fähig zu sein, sich selbst zu behaupten. Wer sich selbst behauptet und seinen Platz gefunden hat, lässt sich weder alles einreden noch überallhin dirigieren.