Erstellt am 30. August 2016, 05:48

von Thomas Jorda

Auf diese Kirche kann man nicht verzichten. Thomas Jorda über die eben eröffnete Ausstellung in der Minoritenkirche von Stein, die ein großes Fragezeichen setzt. Genügt es, Klangraum zu sein?

Im Jahr 1264 wurde die Kirche der Minoriten („mindere Brüder“ – Franziskaner) in Stein an der Donau geweiht. Ein gigantischer spätromanischer und frühgotischer Bau, der bis heute erhalten geblieben ist. Obwohl er nach der Aufhebung des Klosters am Ende des 18. Jahrhunderts eine Zeit lang sogar als Tabakmagazin und als Depot der Feuerwehr diente.

Ab 1992 wurde die Kirche zur Dependance der Kunsthalle Krems, seit 2002 wird sie als zeitgenössischer Klangraum bespielt.
Nun hat man aus der Not eine Tugend gemacht. Um die Sanierungsphase der Kunsthalle Krems zu nutzen, durfte Michael Kienzer das Innere der Minoritenkirche mit einer raumfüllenden Installation gestalten. Wobei sich nebenbei die Frage stellt, ob dieser unendlich große Raum je gefüllt werden kann.

Doch man hat sich auch eine Front eröffnet. Es stellt sich anhand der Installation die Frage, ob es zu verantworten ist, auf diesen mitreißenden Raum später wieder zu verzichten und sich in die Kunsthalle zurückzuziehen.
Natürlich, mit dem geplanten Haus für die Landessammlungen hat die Kunstmeile Krems längst genügend Ausstellungsflächen. Und jeder Ausstellungsraum kostet Geld.

Trotzdem: Einen so beeindruckenden Ausstellungsraum wie die Minoritenkirche lässt man nicht ungenützt.