Erstellt am 17. August 2016, 06:57

von Bernhard Schiesser

Der wahre Verlierer in der Causa Wisio. Bernhard Schiesser über die Rolle der Fußballergewerkschaft im Vertragsstreit zwischen Tomasz Wisio und dem SKN St. Pölten.

Was hat SKN St. Pölten-Spieler Tomasz Wisio mit dem deutschen Weltmeister Bastian Schweinsteiger gemein? Beide wurden trotz laufender Verträge von ihren Trainern aussortiert. Der eine von Karl Daxbacher, der andere von Jose Mourinho. Während „Schweini“ sein Schicksal akzeptiert und mittlerweile angeblich wieder mit seinem Ex-Verein Bayern über eine Rückkehr verhandelt, erzwang der in seinem Stolz gekränkte Pole seinen Platz am SKN-Trainingsplatz per Gerichtsbeschluss.

In Österreich gäbe es eben eine bessere Gewerkschaft, schmunzelt Gernot Zirngast süffisant. Trotz fehlenden Wissens um die Qualität der englischen Spielervertreter muss man dem Vorsitzenden der Vereinigung der Fußballer (VdF) aber widersprechen, zumal besser die Steigerung von gut ist. Und gut war die Performance der Kickergewerkschaft in der Causa Wisio nicht. Der VdF ging es nicht um eine Lösung, sondern lediglich darum einen Präzedenzfall zu provozieren.

Die Gewerkschaft erwarte sich, dass auf Augenhöhe mit ihr kommuniziert werde, sagt Zirngast auch. Diesen Respekt kann man nicht einfordern, den muss man sich verdienen. In der Causa Wisio fühlt sich die VdF als Sieger, hat in Wahrheit aber viel verloren.