Erstellt am 09. August 2016, 05:15

von Bernhard Schiesser

Die wahren Vorbilder gibt’s nicht im TV. Bernhard Schiesser über Sportler und ihre überschätzte Vorbildwirkung.

Olympische Spiele in Rio – ein Fest des Sports. Idealerweise motivieren die globalen Spitzensportler den ein oder anderen dazu, selbst aktiv zu werden. Realistischerweise fesseln sie uns erst recht vor dem Fernseher.

Einen Vorwurf kann man dem gemeinen Sportfan nur bedingt machen. Olympische Spiele gibt’s nur alle vier Jahre, sind deshalb also besonders. Vermengt mit reichlich Spannung und einer Prise Chauvinismus ergibt das eben einen Cocktail, der mundet. Und außerdem: Nicht jeder Sportler eignet sich als Vorbild, Doper jedenfalls bestimmt nicht. Auch manche Sportarten haben in puncto Nachahmung einen schweren Stand. Selbst wenn die Höfleinern Corinna Kuhnle eine Medaille holt, reiten die meisten von uns aus gutem Grund nicht in einem Kanu übers wilde Wasser.

Die Waldviertlerin Alexandra Meixner sportelt auf einer weniger großen Bühne, sie will bald 20 Ironman in 20 Tagen absolvieren. Auch sie sieht sich nicht als Vorbild. Eher abschreckend, weil zu extrem – urteilt sie selbst. Meixner bewundert dafür jeden, der eine Stunde am Tag spazieren geht. Das ist es also: Die Vorbilder lachen nicht aus dem Fernseher, sondern schlendern an unseren Fenstern vorbei.