Erstellt am 30. August 2016, 06:09

von Anita Kiefer

Gute Zahlungsmoral, aber Handlungsbedarf. Anita Kiefer über die Zahlungsmoral der Österreicher und Auswirkungen von zu spät bezahlten Rechnungen.

Wer kennt sie nicht, die vergessene Rechnung, bei deren Nichtbegleichen Wochen später die Mahnung ins Haus flattert. Vielen wird das schon passiert sein. Das ist bitter für den Kunden, der in der Regel Mahngebühren zu zahlen hat, noch bitterer ist das jedoch für das jeweilige Unternehmen, das auf seine Zahlung warten muss.

Grundsätzlich ist die Zahlungsmoral in Österreich aber gut. Privatkunden zahlen besonders schnell. Laut aktueller Umfrage des KSV1870 unter 2.000 Unternehmen wird von ihnen durchschnittlich nach 17 Tagen gezahlt. Niederösterreich liegt hier genau im Schnitt. Länger dauert die Zahlung bei Ländern (39 Tage in NÖ), Gemeinden (35 Tage) und Firmenkunden (30 Tage). Hier gibt es aber ein deutliches West-Ost-Gefälle: In Vorarlberg etwa zahlt das Land schon nach 33 Tagen, Gemeinden und Firmenkunden nach 28 Tagen.

Aber: 28 Prozent aller offenen, fälligen Rechnungen müssen von den Unternehmen extern zur Betreibung gegeben werden.

Auch wenn es angesichts der erfreulichen Zahlen nach erhobenem Zeigefinger riecht: Im Osten Österreichs besteht Handlungsbedarf, was die Verbesserung der Zahlungsmoral angeht. Denn kleinen Firmen machen Zahlungsverzögerungen schwer zu schaffen, für manche sind sie sogar existenzbedrohend.