Erstellt am 02. August 2016, 05:19

von Wolfgang Wallner

Keine Spur von Olympia-Touristen. Wolfgang Wallner über die NÖ-Erwartungen bei den Olympischen Spielen.

Wie viele Medaillen holen „wir“ in Rio? Nur mehr wenige Tage, dann hat dieses beliebte Ratespiel wieder Saison. „Wir“ sind dann plötzlich Sportschützen oder Kanuten, Tischtennis-Asse oder Hürdensprinter. Disziplinen, die meist unterhalb des Stammtisch-Radars stattfinden, dürfen für drei Wochen das olympische Ego der Nation pushen. Dabei tut’s gut, am Boden zu bleiben – und die Verhältnisse zurechtzurücken. Jede NÖ-Medaille in Brasilien wäre eine Sensation. Und Edelmetall kann und darf nicht der einzige Maßstab sein.

Ein Olympia-Finale, wie es 2012 Beate Schrott erreicht hat, wird für heimische Leichtathleten immer eine Sternstunde sein. Von Medaillen in einer Weltsportart im Sommer kann man träumen. Sie zu „fordern“ wäre absurd, wenn man die Bedingungen in Österreich mit jenen in den Top-Nationen in Relation setzt. Athleten wie Siebenkämpferin Ivona Dadic, die sich im Siebenkampf heuer enorm gesteigert hat, haben’s nicht verdient, als Olympia-Touristen abgestempelt zu werden. Selbst wenn’s Stockerl außer Reichweite ist.

Mit Kanutin Corinna Kuhnle hat die starke NÖ-Abordnung sogar ein „Medaillen-Eisen“ im Feuer. Dass die Höfleinerin ganz vorne landet, ist aber keine Selbstverständlichkeit.