Erstellt am 17. August 2016, 06:29

von Michaela Fleck-Regenfelder

Licht und Schatten im Kulturgarten. Michaela Fleck über Erfolgsgeschichten und Verteilungs fragen in Niederösterreichs nach wie vor blühender Kulturlandschaft.

Geld braucht die Kultur allerorts. Publikum auch. In Niederösterreich gibt’s beides noch. Das Geld (vom Land). Und das Publikum (aus dem Land, aber auch von viel weiter her).

Was das Geld betrifft, gibt’s allerdings für manche mehr, für manche weniger. Das liegt in der Natur der Sache. Eine spektakuläre neue Open-Air-Bühne in einem jahrhundertealten Schlosspark und dazu ein gläserner neuer Konzertsaal hundert Meter weiter kosten eben mehr als ein revitalisiertes Renaissancehaus mitten in einer Mittelalterstadt oder eine kleine, überdachte Festivalbühne mitten in den Weinbergen.

Dass es für das Festival Grafenegg aber immer noch jedes Jahr wesentlich mehr Geld gibt als etwa für Allegro Vivo, das heuer schon zum 38. Mal auch das Kunsthaus Horn bespielt, oder für Glatt & Verkehrt, das heuer zum 20. Mal die Weingärten der Winzer Krems zum Klingen brachte, liegt nicht nur in der Natur der Sache. Erst recht, wenn die nicht ganz so prominenten unter Niederösterreichs Kulturfestivals jedes Jahr zittern müssen, ob es sich für sie überhaupt ausgeht.

Da geht es nicht um Neid und nicht um Gießkannen. Da geht es um Relationen. Und um ein bisschen mehr für die „Kleinen“ und ein bisschen weniger für die „Großen“.