Erstellt am 30. August 2016, 06:18

von Bernhard Schiesser

Morgendämmerung beim SV Horn. Bernhard Schiesser über die Abzeichnung des Scheiterns des japanischen Fußballprojekts im Waldviertel.

„Die lachen dich an und dann musst du Angst haben, dass sie dir ihr Samurai-Schwert, das an der Wand hängt, in den Buckel hauen“, heißt es von Mitarbeitern des SV Horn hinter vorgehaltener Hand. Auch Sponsoren, Helfern und ehemaligen Mitarbeitern ist mittlerweile klar, mit wen man sich da ins Bett legte. Es dämmert der Morgen im Land der untergehenden Sonne. Oder so ähnlich…

Noch wagt sich keiner aus der Deckung. Die einen aus blanker Angst, die anderen aus Loyalität zu Ex-Präsident Thomas Kronsteiner, der den Deal einfädelte und offiziell nach wie vor verteidigt. Klar ist, dass sich der SV Horn dem Clan um Milan-Superstar Keisuke Honda auf Gedeih und Verderb auslieferte. Dass die Champions League-Pläne eher nicht gedeihen werden, leuchtet mittlerweile jedem ein.

Bleibt eben Verderb. Im besten Fall sieht der so aus, dass sich der SV Horn ohne japanischen Einfluss vorerst aus dem Profifußball zurückzieht. Scherben zusammenkehren und dort neu streichen, wo die Schmutzsilhouette an das Samurai-Schwert erinnert, das dort dann hoffentlich nicht mehr an der Wand hängen wird. Erst dann wird der SV Horn wieder das sein, was er einmal war. Ein familiärer, sympathischer Fußballklub.