Erstellt am 26. August 2012, 20:42

Kunst in Echtzeit. THOMAS JORDA über ein neues Festival in der herbstlich-winterlichen Wachau.

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Eigentlich verwundert es nicht, dass jetzt auch in der Wachau – immerhin die touristische Topmarke Niederösterreichs – ein Festival verortet wird. Ursula Strauss, Schauspielerin aus Pöchlarn und mit der ORF-Krimiserie „Schnell ermittelt“ populär geworden, wird eine „kleine, feine Programmreihe“ programmieren, „die zeigen soll, wie schön die Wachau auch im Winter ist“.
 
Gemeinsam mit Alexander Hauer, dem Intendanten der Melker Sommerspiele, und Martin Vogg, dem Geschäftsführer der Wachau Kultur Melk GmbH, kuratiert sie „Wachau in Echtzeit“, wie das ambitionierte und vom Land finanzierte Festival heißen wird.
 
Im ersten Jahr wird Strauss vor allem Freunde und Kollegen in die Wachau bringen, die „feine Abende, kleine Diamanten“ gestalten sollen. Im nächsten Jahr sind auch internationale Gäste angedacht oder die Gestaltung eines Adventmarktes.
 
Heuer wird’s quer durch bekannte und unbekannte Orte der Wachau zwischen September und Dezember eher blutrünstig. Barbara Horvath und Helmut Berger werden zum Beispiel um Halloween aus Bram Stokers „Dracula“ vortragen. Aber es steht auch eine Lesung aus „Schnell ermittelt“ mit Katharina Straßer und Andreas Lust auf dem Programm.
 
Der Anspruch, in der so genannten toten Saison Leben in die Wachau zu bringen, ist hoch. Das klassische Sommertheaterland Niederösterreich streckt seine Fühler auch abseits der Zentren Richtung Winter aus. Das ist zweifellos begrüßenswert!