Erstellt am 11. April 2017, 03:00

von Bernhard Schiesser

Das Aufbegehren der gar nicht so Kleinen. Bernhard Schiesser über den verrückten Abstiegskampf in der Tipico Bundesliga.

Ganz Österreich schüttelt nach dieser Runde der Tipico Bundesliga den Kopf. Mit St. Pölten, Mattersburg und Ried feierte das Schlusstrio überzeugende Siege und schmiss damit endgültig Rapid in die Verlosung um den Abstiegsplatz. Eigentlich unglaublich …

Zufall? Aber wo! Dieser Bundesliga-Spieltag ist erklärbar. Ausgangspunkt der Analyse ist die Qualität der einzelnen Mannschaften. Salzburg ausgeklammert (die stehen weit über allen anderen) haben aus budgetären Gründen natürlich Austria, Rapid und Sturm die besseren Spieler zur Verfügung als die restliche Konkurrenz. Die sind aber oft – der flächendeckenden Akademie-Ausbildung sei Dank – nur marginal besser.

Austrias Martschinko oder St. Pöltens Stec? Geschmackssache. Pavelic von Rapid oder Höller aus Mattersburg? Auch schon wurscht. Die restlichen paar Prozentpunkte Klasseunterschied macht der Loisl aus dem Burgenland gegenüber dem augenbraungezupften Mario aus der Bundeshauptstadt eben mit Leidenschaft wett. Die Gegenprobe macht sicher: Am Mittwoch im Cup spielten die Rapidler mit der Faust im Nacken um ihre letzte Chance und führten St. Pölten derart vor, wie in dieser Saison nur die übermächtigen Salzburger.