Erstellt am 16. Mai 2017, 03:00

von Bernhard Schiesser

Dominic Thiem und sein letzter Makel. Bernhard Schiesser über Niederösterreichs Tennisstar und dessen Verhältnis zum Davis Cup.

Keine Sorge, das wird nicht die x-te Abhandlung darüber, dass Dominic Thiem die Tenniswelt offensteht. Das sie das tut, ist längst anerkannte Lehrmeinung in Expertenkreisen. Der Lichtenwörther ist auf dem Weg zum Tennisgipfel. Das ist Fakt. Bemerkenswert ist, mit welch gleichmäßigem Schritt er das tut.

Die Etappenziele, die er sich gemeinsam mit seinem Coach Günter Bresnik setzt, werden penibel genau eingehalten. Vorgabe vor einem Jahr war es, die ersten Schläge – also Aufschlag und Return – zu verbessern. Mittlerweile zählt die Spieleröffnung zu den Stärken Thiems. Bresnik schleift seinen hochkarätigen Rohdiamanten nach seinen Vorstellungen. Und Thiem findet Gefallen daran. Er saugt Bresniks Reize auf wie ein Schwamm. Diese Symbiose funktioniert.

Tennis wird dank Thiem spürbar populärer. Dass der strahlende Held selten bis nie für Österreich Davis Cup spielt, verzeihen ihm seine Fans mittlerweile. Der Makel bleibt trotzdem haften. Zu kritisieren ist in diesem Zusammenhang aber nicht nur Thiem. Der 23-Jährige ist nicht der einzige Topstar, der auf den Traditionsbewerb pfeift. Der internationale Tennisverband hat verabsäumt, den Davis Cup mittels Reformen in die Moderne zu führen.