Erstellt am 14. November 2017, 02:44

von Bernhard Schiesser

Marc Janko pfeift auf die Frühpension. Bernhard Schiesser über die Rücktrittsflut bei Österreichs Fußball-Nationalmannschaft.

Christian Fuchs war der Erste, Ramazan Özcan, Markus Suttner, Zlatko Junuzovic und Martin Harnik folgten – alle fünf erklärten ihre Rücktritte aus der Nationalmannschaft, obwohl sie bei ihren Klubs weiter passable Leistungen bringen. Alle fünf sind mittlerweile über 30, hätten aber noch gute Dienste für den ÖFB leisten können, zumal Routine im Fußball ein hohes Gut ist.

Mehr Zeit für die Familie und zu hohe Belastung führte das Quintett als Begründungen an. Klar, es gibt familienfreundlichere Berufe als jenen des Profifußballers. Und es stimmt ebenso, dass ältere Sportler Erholungsphase nötiger haben als junge. Was die Altkicker dafür nicht mehr so dringend brauchen, ist das Etikett „Teamspieler“, um ihren Marktwert zu steigern.

Die Entscheidungen von Fuchs, Harnik & Co. sind dennoch zu akzeptieren. Sie sind auch kein österreichisches Spezifikum, sondern folgen durchaus einem internationalen Trend. Dass man aber auch anders in die Teampension gleiten kann, bewies der Mödlinger Marc Janko. Der 34-jährige Goalgetter wurde vom neuen Teamchef Franco Foda nicht berücksichtigt, ließ aber wissen: „Wenn ich gebraucht werde, bin ich da!“