Erstellt am 04. April 2017, 02:54

von Bernhard Schiesser

Rapids Schockstarre als St. Pöltner Chance. Bernhard Schiesser über zwei ungleiche Vereine auf Augenhöhe.

Es war ein komisches Spiel, das den 7.600 Fans am Samstag in der NV Arena vorgetragen wurde. Nach einem durchaus munteren Schlagabtausch vor der Pause ergab sich nach dem Seitenwechsel eine Art Pattstellung. „Nur nicht verlieren“ lautete das Motto, sowohl bei St. Pölten als auch bei Rapid. Die Realität: Das war Abstiegskampf in Reinkultur.

Was die St. Pöltner seit Saisonstart im Kopf hatten, fuhr den Hütteldorfern spätestens in dieser zweiten Halbzeit in Mark und Bein. Das Undenkbare ist nicht mehr auszuschließen. Rapid befindet sich im freien Fall Richtung Tabellenende. Wie es so weit kommen konnte? Rapid holte mit Damir Canadi einen Trainer, der stur an seinem reaktiven System festhält – Stichwort Dreierkette.

Ein System, das nicht zu den Ansprüchen des Vereins und nicht zum aktuellen Kader passt. Das Band zwischen Team und Trainer ist zerschnitten, Canadis Ablöse unumgänglich. Dass sie noch nicht erfolgte, kann nur daran liegen, dass noch kein geeigneter Nachfolger gefunden wurde.

Für den SKN St. Pölten sind das gute Nachrichten. So bleibt ein Verein mit einem fünfmal höheren Etat auf Augenhöhe – am Mittwoch im Cup und in den kommenden Wochen im Abstiegskampf der Meisterschaft.