Erstellt am 12. Juli 2016, 05:30

von Bernhard Schiesser

Rogans These und Schrotts Unform.

Der ehemalige Weltklasseschwimmer Markus Rogan meinte einst sinngemäß, dass es intelligente Köpfe im Sport tendenziell schwerer hätten als weniger intelligente. Als Beispiele führte er sich und Hermann Maier an. Die Nennung der Beispiele war entlarvend selbstverliebt und eher nicht ganz so klug wie in seiner Wahrnehmung. Im Kern liegt Rogan aber gar nicht so daneben.

Leichtathletin Beate Schrott ist ausgebildete Ärztin und auch sonst ziemlich schlau. Rogans These folgend müsste sie also über jede zweite Hürde stolpern. Das tut sie zwar trotz hartnäckigen Formtiefs nicht, schwebend leicht bewegt sich die St. Pöltnerin aber wiederum auch nicht über die Laufbahn. Sie grübelt, warum die Form trotz schweißtreibenden Trainings nicht und nicht kommen mag. Sie hadert, dass ihr selbst gewähltes Trainingsumfeld zu wenig auf ihre Bedürfnisse eingeht – just jetzt, wo sie individuelle Betreuung dringend brauchen würde.

Alles Nachdenken bringt Schrott aber nicht in Olympiaform. Es braucht konkrete Maßnahmen. Ihre Rückkehr nach St. Pölten ist eine solche.