Erstellt am 15. Mai 2018, 04:50

von Bernhard Schiesser

Thiem bringt Kritiker zum Verstummen. Bernhard Schiesser über den überraschenden Erfolgslauf von Österreichs Tennisstar.

Was wurde in den vergangenen Wochen nicht geredet und gelästert. Dominic Thiem würde aus den Top 10 der Weltrangliste fallen. Das Spiel des Lichtenwörthers würde seit einem Jahr bestenfalls stagnieren und er solle sich schleunigst einen neuen Trainer suchen, um diese Abwärtsspirale zu stoppen.

Auch die ersten Auftritte beim Turnier in Madrid schienen Wasser auf den Mühlen der Kritiker. Thiem quälte sich gegen den argentinischen Qualifikanten Federico Delbonis und Kroatiens Youngster Borna Coric zu Drei-Satz-Siegen. Eine empfindliche Abfuhr gegen Sandplatzkönig Rafael Nadal stand zu befürchten. Doch Thiem wies den Spanier eindrucksvoll in die Schranken. Angstgegner Kevin Anderson (0:6-Bilanz in direkten Duellen) ließ der 24-Jährige im Halbfinale ebenso keine Chance. Erst im Endspiel war der entfesselt aufspielende deutsche Alexander Zverev eine Nummer zu groß.

Zufall? Glück? Nein, das sind Kategorien, die in diesem Sport keine Rolle spielen. Tennis ist aufgrund der Vielzahl an Punkten (137 im Spiel Thiem/Nadal) ziemlich zufallsbefreit. Wer gewinnt, der tut das in der Regel hochverdient. Es kann also nicht alles falsch gewesen sein, was Thiem unter seinem Langzeittrainer Günter Bresnik zuletzt so trieb.