Erstellt am 06. Februar 2018, 02:40

von Bernhard Schiesser

Vom globalen Player zur Lachnummer. Bernhard Schiesser über Olympia, Doping und Weltpolitik.

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat das Urteil gekippt, wonach zahlreiche russische Sportler aufgrund von Dopingvergehen gesperrt bleiben. Aus Mangel an Beweisen, hieß es in der Begründung. Witzig, angeblich sollen russische Agenten die unsauberen Urinproben einfach vernichtet haben. Der Mangel ist also nicht von der Hand zu weisen.

Viele rechnen jetzt damit, dass das Internationale Olympische Comitee russische Sportler auch bei den in wenigen Tagen beginnenden Spielen in Südkorea starten lassen muss. Zu verhindern wäre das nur gewesen, wenn das IOC Russland kollektiv von Olympia ausgeschlossen hätte. IOC-Präsident Thomas Bach – er gilt als Putin-Freund – wollte Russland aber nicht zu sehr demütigen.

Gedemütigt wird dafür einmal mehr der olympische Gedanke und der Sport an sich. Na mein Gott, werden sich manche denken, es gibt wichtigere Dinge. Stimmt, die gibt es, aber der Sport wäre eine große Chance, diese noch größeren Baustellen zu schließen. So wurde etwa Nordkoreas verhaltensauffälliger Diktator Kim Jong-un ziemlich handzahm, als er die olympischen Ringe im verfeindeten Süden als Anreiz sah. Der Sport ist längst mehr als Punkte, Meter und Sekunden.