Erstellt am 18. Mai 2016, 05:34

von Anita Kiefer

Nachhaltigkeit sollte selbstverständlich sein. Anita Kiefer über die Nachhaltigkeit in der heimischen Wirtschaft.

Vöslauer stellt fünf Flüchtlinge als Lehrlinge ein. Die Landesbank Niederösterreichs, die Hypo, wird von einer Nachhaltigkeitsratingagentur ausgezeichnet. In Österreich sind jetzt erstmals Trauringe erhältlich, die Fairtrade-zertifiziert sind. Gerade in den vergangenen Wochen scheinen sich die Meldungen über Nachhaltigkeit in der (nieder-)österreichischen Wirtschaft zu häufen.

Dass Nachhaltigkeit in der Welt von Zahlen und Bilanzen gern gesehen ist, ist kein neues Konzept. Unter dem Begriff Corporate Social Responsibility, also unternehmerische Gesellschaftsverantwortung, werden seit Jahrzehnten Nachhaltigkeitsbemühungen von Unternehmen etwa in den Bereichen Soziales und Umwelt subsumiert. Auch das Land NÖ hat Nachhaltigkeit als einen der Handlungsschwerpunkte in der „Wirtschaftsstrategie 2020“ verankert. Ganz aktuell: ab 2017 müssen nachhaltige Kriterien nach einer EU-Richtlinie für Unternehmen ab 500 Mitarbeiter in den Geschäftsbericht aufgenommen werden.

Meldungen wie die oben genannten sind trotz der langen Tradition von Nachhaltigkeit Balsam auf der von Abgasskandalen und Verletzungen der Arbeitszeiten gebeutelten Wirtschaftsseele. Dass diese Meldungen etwas Besonderes sind, zeigt: Nachhaltigkeit ist (noch) nicht selbstverständlich. Leider.