Erstellt am 02. Februar 2016, 05:48

von Martin Gebhart

Nagelprobe für die Koalitionsparteien. Martin Gebhart über die Bundespräsidentenwahl am 24. April.

Kaum standen die fünf entscheidenden Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl am 24. April fest, gab es auch schon die ersten Umfragen. Mit recht unterschiedlichen Ergebnissen. Abgesehen davon, dass Alexander Van der Bellen fast überall derzeit das Umfrageranking anführt.

Diese Umfragen sind allerdings ein etwas gewagtes Unterfangen, denn wirkliche Aussagekraft können sie jetzt, bevor noch der Wahlkampf richtig begonnen hat, noch nicht aufweisen. Außer vielleicht, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird und keine der fünf Personen wirklich chancenlos ist, in die entscheidende Stichwahl zu kommen.

Für die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP steht jedenfalls einiges am Spiel. Wenn die zweite Wahlrunde am 22. Mai ohne Rudolf Hundstorfer (SPÖ) oder ohne Andreas Khol (ÖVP) stattfindet, dann ist Feuer am Dach. Nicht nur in einer der beiden Parteien, sondern auch in der Großen Koalition. Der Erklärungsbedarf des jeweiligen Bundesparteiobmanns wird dann jedenfalls sehr groß sein.

In Niederösterreich ist vor allem die ÖVP gefordert, denn Kandidat Andreas Khol braucht die gewohnte Schlagkraft dieser Landespartei, um österreichweit erfolgreich sein zu können. Und für Niederösterreichs Volkspartei ist dieser Wahl-Zwischendurchgang auch im Hinblick auf die Landtagswahl 2018 von großer Bedeutung.

Erstens, weil es die erste große Bewährungsprobe des neuen Landesgeschäftsführers Bernhard Ebner ist. Zweitens, weil man überprüfen kann, wie gut der Parteiapparat im Land auch bei solch einer Wahl mobilisiert werden kann.

Obwohl es „nur“ eine Bundespräsidentenwahl ist.