Erstellt am 19. Januar 2016, 06:03

von Anita Kiefer

Neues Ziel: Iran. Anita Kiefer über die von der Landesregierung beschlossene Exportoffensive in den Iran.

Mehr als zehn Jahre lang stand der Iran unter Sanktionen des Westens, also der EU und der USA. Grund war der Vorwurf der westlichen Staaten, der Iran würde heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen arbeiten.

Die Sanktionen beinhalteten etwa ein Einfuhrverbot von iranischem Erdöl und Gas in die EU, Kontosperren und einen beschränkten Kapital- und Zahlungsverkehr. Am Samstag verkündeten US-Außenminister John Kerry und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in Wien das Ende der Sanktionen.

Das wollen heimische Unternehmen nützen, die Potenzial im neuen, alten iranischen Markt sehen. Damit einhergehend will nun auch das Land Niederösterreich die NÖ Wirtschaft unterstützen und den Iran als Exportmarkt erschließen. Diesbezügliche Pläne wurden in der Regierungsklausur der ÖVP Niederösterreich vergangene Woche beschlossen. Man sieht am iranischen Markt vor allem in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, pharmazeutische Erzeugnisse, Umweltschutz, Wassertechnologie und Luftreinhaltung Chancen für die NÖ Wirtschaftstreibenden. Das Ziel lautet jedenfalls, das derzeitige Exportvolumen von 50 Millionen Euro pro Jahr bis 2021 zu verdoppeln.

Es ist ein wichtiger Schritt, die Markterschließung des Irans jetzt sofort zu forcieren. Immerhin hat der Iran mit der Aufhebung der Kontosperren nun Zugang zu mindestens 100 Milliarden Dollar. Außerdem schielt die gesamte westliche Wirtschaft auf die Ökonomie mit rund 80 Millionen Einwohnern.

Jetzt gilt es  – auch wenn erst noch einige Probleme, wie die Abwicklung des Zahlungsverkehrs, beseitigt werden müssen – Kontakte zu iranischen Playern herzustellen und damit die Weichen für heimische Wirtschaftstreibende zu stellen. Darin hat das Land aus bisherigen Exportoffensiven ja Erfahrung.