Erstellt am 08. Dezember 2015, 04:48

von Harald Knabl

Nicht WOGEGEN, WOFÜR sind wir?. Harald Knabl über eine beginnende Diskussion über unsere Werte.

In Österreich beginnt eine grundsätzliche Debatte darüber, welche Werte wir vertreten, und auch darüber, welche Werte wir auch bei jenen Menschen gelebt haben wollen, die zu uns nach Österreich kommen. Ob als Flüchtling oder normaler Zuzügler (ja, auch die gibt es).

Endlich sind wir damit weg von nicht reflektierten Diskussionen, die vom Bauchgefühl dominiert und von Vorurteilen bestimmt werden. Endlich aber auch sehen wir jetzt, dass wir uns mit der Definition dieser eigenen Werte gar nicht so leichttun. Vielerorts hier im Lande tut man sich leichter GEGEN etwas zu sein, Herr und Frau Österreicher tun sich aber verdammt schwer auszudrücken, WOFÜR wir eigentlich sind.

Man ist GEGEN den Islam, ist man deshalb für das Christentum? Man ist GEGEN den Koran, bringt man unseren Kindern bei, die Bibel zu lesen? Gibt es bei uns nicht regelmäßig Forderungen, das Kreuz aus den Schulklassen zu verbannen?

Man ist GEGEN das Kopftuch, weil ...? Und was hat das mit unseren Werten zu tun?
Eine grundlegende Wertediskussion wird auch Österreich nutzen. Wir haben die letzten Jahrzehnte in Frieden und Wohlstand verbringen dürfen. Das war ein Geschenk, wir sind dankbar dafür. Wir haben aber in dieser Zeit sehr viel von jenem Gefühl vergessen, welches jene bewiesen haben, die dieses Land aufgebaut haben.

Damals wurde über unsere Werte nicht diskutiert, man hat sie gelebt. In der Politik genauso wie im Privatleben. Bevor wir also daran gehen, mit Menschen, die zu uns kommen, über unsere Werte zu reden, täte es gut, diese mittels Schulterschluss abermals zu definieren.

Nur GEGEN das uns Fremde zu sein, das reicht nicht.