Erstellt am 03. November 2015, 05:22

von Harald Knabl

Österreich wird das Problem nicht lösen. Harald Knabl über falsche Erwartungen in Sachen Flüchtlingszustrom.

„Wir müssen uns ja auch an Gesetze halten, das geht doch nicht.“ Wie oft hört man diese, oder ähnliche Worte angesichts des ungebrochenen Flüchtlingszustromes und angesichts der Tatsache, dass sich diese Menschen an keinerlei Konventionen gebunden fühlen, Grenzen ignorieren, Absperrungen durchbrechen, um nach Deutschland zu kommen.

Dabei sollte die Verwunderung darüber nicht allzu groß sein. Diese Menschen, die Tausende Kilometer anstrengender Flucht hinter sich haben, die um ihr Leben fürchten mussten, dieses auch riskiert haben, um neu anzufangen, haben ein Dasein kennenlernen müssen, welches sich nach keinerlei Konventionen mehr richten kann. Da geht es um das nackte Überleben. Zugegeben, das macht die überhitzte Sache auch nicht gerade leichter.

Das für viele Unverständliche an der Situation ist, dass ihr mit österreichischen Maßnahmen alleine nicht beizukommen ist, ja, in Wahrheit nie war. Die (absehbare) Völkerwanderung war immer ein Problem der Weltpolitik. Und nur diese kann dieses Problem lösen. Jeder, der glaubt, mit läppischen Absperrungsmaßnahmen den Flüchtlingszustrom bekämpfen zu können, ist entweder völlig naiv oder aber will politisches Kleingeld aus der dramatischen Situation schlagen. Leider schaltet auch die Bundes-ÖVP in ihrer Not der Positionierung immer öfter auf diesen Modus um. Was aber nur dazu führt, dass solch absurde Zaun-Streitereien nur dazu beitragen, den Zustand der Bundesregierung noch ein wenig mehr zu destabilisieren.

Dabei steht fest: Die Politik in Österreich wird das Flüchtlingsproblem nicht lösen können. Wir dürfen es von ihr auch nicht erwarten.