Erstellt am 22. Dezember 2015, 00:18

von Bernhard Schiesser

Pausen sind positiv. Bernhard Schiesser über die Verletzungssorgen im ÖFB-Team.

Robert Almer, Florian Klein, Sebastian Prödl, Martin Hinteregger, Markus Suttner, Veli Kavlak, Christoph Leitgeb, David Alaba, Zlatko Junuzovic, Martin Harnik und Valentino Lazaro – theoretisch könnte das ÖFB-Team bei der EM-Endrunde am 14. Juni gegen Ungarn so auflaufen. 

Das wäre vielleicht nicht die Wunschelf von Teamchef Marcel Koller, aber durchaus ein Line-up, mit dem wir uns berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg machen dürften. Würde das Spiel aber morgen angepfiffen werden, keiner dieser Mannschaft könnte mitmachen. Alle elf sind oder waren bis vor kurzem verletzt. Hat Koller im Juni eine ähnliche Ausfallliste zu beklagen, dann heißt’s „Gute Nacht Österreich“!

Rot-Weiß-Rot würde ohne Alaba, Junuzovic & Co. kaum das Achtelfinale erreichen können. Das sei vor allem jenen ins Stammbuch geschrieben, die nach der – zugegeben günstigen – Gruppenauslosung bereits vom EM-Finale träumen. Österreich wird für ein erfolgreiches Turnier also Glück brauchen. Und zwar bereits bevor die Spiele in Frankreich überhaupt angepfiffen werden.

Dass viele der ÖFB-Leistungsträger gerade jetzt verletzt sind, kann aber auch zum großen Trumpf werden. Keiner der Genannten ist so schwer gehandicapt, dass er Gefahr läuft, die Endrunde zu verpassen. Nach der Winterpause sollten so ziemlich alle wieder auf dem Platz stehen und nach ihrer Zwangspause voll auf Fußball brennen. Tun sie das das ganze Jahr über ohne Pause, sind sie im Juni eines mit ziemlicher Sicherheit: ausgebrannt! Nicht zufällig blieben die Weltstars Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi bei den großen Turnieren blass. Eine mehrwöchige Pause zur rechten Zeit kann also durchaus positiv sein, selbst wenn sie unfreiwillig ist. Vielleicht haben Alaba, Junuzovic & Co. gerade deshalb in Frankreich genug Sprit im Tank.