Erstellt am 02. August 2016, 07:28

von Thomas Hofer

Hart, aber ehrlich. Thomas Hofer, Politik-Berater, über den Konflikt des Teams Stronach mit Peter Filzmaier.

Achtung, Warenhinweis: Ganz objektiv und frei von Eigeninteresse ist die Kolumne diesmal nicht. Denn es geht um Politik-Analysen und wie diese von den sie betreffenden Parteien und Politikern aufgenommen werden.

Kollege Peter Filzmaier hat vergangene Woche nach dem ersten Sommergespräch mit Frank Stronach – ja, dieser ist tatsächlich immer noch Parteichef des gleichnamigen „Teams“ im Nationalrat – mit diesem abgerechnet. Den wieder einmal erratischen, wenn auch nicht ganz so cholerischen Auftritt des Wutmilliardärs bezeichnete er als das, was er war: entrisch. Filzmaier zeigte die diesfalls engen Grenzen faktenorientierter Analyse auf und sparte auch nicht mit emotionalen und persönlichen Zuspitzungen.

Das kann man kritisieren. Auch der Autor dieser Zeilen ist nach einer harten – von den Betroffenen als zu hart empfundenen – Analyse des entglittenen ATV-Duells zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer vor der Bundespräsidenten-Stichwahl kritisiert worden. Und um nicht missverstanden zu werden: Solche Kritik ist jedenfalls höchst legitim, und Analytiker haben sich dieser gefälligst zu stellen. Frei nach dem Motto: Wer austeilt, muss auch einstecken können.

Bei der hyperventilierenden Aufregung, die Filzmaier nun allerdings vom Team Stronach entgegenschlägt – man beschwert sich ganz offiziell und laut wehklagend bei der KommAustria, der zuständigen Regulierungsbehörde – geht es aber um etwas anderes. Man will eines erreichen: Sanfte, glattgebürstete Analysen ohne Substanz. Die Frage ist nur: Wollen Sie diese als ORF- oder sonstige Medienkonsumenten hören? Oder wollen Sie eine ehrliche, professionell begründete Einordnung?

Wir können gern diskutieren, ob sich Frank Stronach und sein Team nicht eher Mitleid denn harte Kritik an ihrer politischen Performance verdient hätten. Mitleid ist nach der unbestritten bewundernswerten Wirtschaftsbilanz Stronachs aber wohl noch die härtere Umgangsform. Diese Partei und ihr Gründer haben politisch auf allen Ebenen versagt. Von durchdachter Strategie, begründeten Botschaften oder auch nur einer nach dem Wahltag 2013 bestehenden Legitimation dieser Gruppierung kann man nicht mehr sprechen. Schuld daran ist Frank Stronach. Niemand sonst.