Erstellt am 06. Februar 2018, 00:47

von Michaela Fleck-Regenfelder

Rührt euch!.

Bequem ist es derzeit nicht für die Politik in der ersten Reihe fußfrei. Da hat man (oder: frau) gerade erst eine Wahl geschlagen. Eine Absolute verteidigt. Und einen Burschenschafter vom Platz geschickt. Und da bekommt man wie alle anderen Parteikollegen drei Tage später von den nächsten Siegern – nämlich von denen des Österreichischen Filmpreises – in aller Heftigkeit braune Lieder und blaue Regierungspartner um die Ohren geschmissen.

Noch vor ein paar Jahren gab’s das nicht. Zumindest nicht in Niederösterreich. Nicht einen solchen Rahmen einer Filmgala. Nicht eine solche Resolution gegen Angst und Neid und Hetze, wie sie am Mittwoch in Grafenegg verlesen wurde. Und nicht eine solche Solidarität, wenn (fast) ein ganzer Saal dahintersteht.

Für die Politik kann das nur heißen: Hinschauen! Stellung nehmen! Farbe bekennen! Für die Kunst muss das heißen: Aufstehen! Hinzeigen! Aussprechen! Damit sie endlich so sein kann, wie sie sein soll: unbequem!