Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:37

von Bernhard Schiesser

Schalter endlich umlegen. Bernhard Schiesser über St. Pöltens hartnäckige Verweigerung, am Titelkampf der Sky Go Ersten Liga teilzunehmen.

Fans des SKN St. Pölten erleben in dieser Saison eine Hochschaubahnfahrt. Nach einem verpatzten Saisonstart erfingen sich die Wölfe. Mit vier Siegen in Serie klopfte die Elf von Trainer Karl Daxbacher wieder vorne an. Seither weigern sich die St. Pöltner hartnäckig, voll in den Kampf um die Tabellenspitze einzugreifen. Nach großartigen Leistungen auswärts folgten stets unnötige Umfaller gegen Mittelständler zuhause.

Dafür gibt es Erklärungen. Karl Daxbacher pflegt seit jeher, einen dominanten Spielstil einzufordern. Hoher Ballbesitzanteil ist aber keine Gewähr für viele Tore. Wenn sich dann auch noch haarsträubende Fehler in der Defensive dazugesellen, dann schnappt die Falle zu. Lustenau und Kapfenberg wussten zuletzt genau, was sie in der NV Arena erwartet. Beide ließen die St. Pöltner spielen und Fehler machen. Das reichte zum Sieg.

Wer Daxbacher kennt, weiß, dass sich der Trainer-Routinier davon nicht verunsichern lässt und an seinem grundsätzlichen Plan festhalten wird. Das ist gut so. Wer vorne mitspielen will, der muss dominant auftreten. Was bei den St. Pöltnern bislang aber fehlte, war die letzte Überzeugung. Auch Daxbacher selbst wird nicht müde, seine Mannschaft kleinzureden. Ein Fehler, denn er hat mit Wisio, Dober, Mader, Hartl, Thürauer, Beichler oder Segovia mehr als genug Klasse und vor allem Routine im Kader, um in dieser Saison mehr zu sein als eine Randnotiz. Diese Spieler müssen diese Herausforderung annehmen, und dafür gehört sie auch deutlich ausgesprochen.

Am Dienstag geht es im Spitzenspiel gegen den LASK gegen den einzigen Konkurrenten, der vielleicht vom Kader her eine Spur höher einzuschätzen ist als die St. Pöltner. Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um den Schalter auf Titelkampf zu stellen.