Erstellt am 05. Januar 2016, 05:33

von Anita Kiefer

Scheitern mit Bedacht. Anita Kiefer über Selbstreflexion beim Scheitern in der Wirtschaft.

Scheitern im wirtschaftlichen Bereich, das wird in Österreich nach wie vor nicht gerne gesehen. Denn mal ehrlich: Wer von uns scheitert schon gerne? Dabei kann Scheitern sogar der Nährboden von Erfolg sein, und: Scheitern ist – rechtzeitig erkannt – sogar verhinderbar. Davon ist eine Expertin auf dem Gebiet des Scheiterns, Christine Steindorfer, überzeugt. Zwei Bücher hat sie zu diesem Thema bereits verfasst, das letzte ist 2011 erschienen.

Die Quintessenz aus ihren Büchern und Aussagen: Wichtig ist, das Scheitern rechtzeitig zu erkennen. Denn dann ist es im Idealfall kein Scheitern mehr und kann sogar in eine Aufwärtsspirale transformiert werden – wenn man sich der entsprechenden Phasen des Scheiterns bewusst ist und rechtzeitig aussteigt.

Gerne strapaziertes Beispiel in diesem Zusammenhang ist Abraham Lincoln, der viele Tiefschläge hinnehmen musste, bevor er als 16. Präsident der Vereinigten Staaten in die Geschichte einging.

In Amerika, da ist Scheitern ja salonfähig. Denn die Amerikaner wissen: Aus Erfahrungen und Niederlagen kann man lernen und gestärkt aus ihnen hervorgehen.

Nun ist ein gewisses Sicherheitsdenken, wie es den Österreichern ja zu eigen ist, gerade im Bereich der Wirtschaft grundsätzlich nicht verkehrt, kann dieses doch vor unüberlegten Handlungen schützen. Zu viel davon aber lähmt die Produktivität. Leider spiegelt sich dieses österreichische Sicherheitsdenken auch in überbordenden Vorschriften und Regularien wider. Die gerade von der Wirtschaft viel beklagte Bürokratie erstickt in Österreich sehr viel an kreativem Unternehmergeist schon im Keim, bevor er richtig entstehen kann. Potenzielle Unternehmensgründer werden in Österreich also zum „besser-nichts-riskieren“ quasi schon erzogen. Leider …