Erstellt am 03. Mai 2016, 06:14

von Thomas Jorda

Schöne Götterfunken sollen überall sprühen. Thomas Jorda über das durchaus gewagte Projekt, Niederösterreich in eine Klangwolke aus Beethovens neunter Symphonie zu hüllen.

Sie macht schon was her, Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie in d-Moll op. 125, uraufgeführt 1824. In den Finalsatz arbeitete er Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ ein. Die dem zugrunde liegende Melodie wurde 1985 zur offiziellen Europahymne erhoben.

Kein Wunder also, dass man sich gerne damit schmückt. Nicht nur die Tonkünstler mit dem Projekt „Seid umschlungen, Millionen“, sondern auch die Sinfonietta Baden, die am 20. Mai zu ihrem zwanzigsten Geburtstag das Land in eine Klangwolke hüllen will. Unter der Leitung von Thomas Rösner wird die Neunte im Casino Baden aufgeführt und via ORFNÖ in ganz Niederösterreich zu hören sein. Wer will, kann um 20.04 Uhr sein Radio ins Fenster stellen und die Nachbarn beschallen.

Und alle Chöre sind eingeladen, entweder in ihren Heimatgemeinden oder mit vielen anderen im Kurpark von Baden mitzusingen.

Das alles ist eine logistische Herausforderung (wer hat noch ein transportables Radio, das er ins Fenster stellen kann)? Aber dafür hat das Projekt viel Charme. Nicht nur, weil Beethoven seine Neunte in Baden komponiert haben soll (was nicht erwiesen ist!), sondern vor allem deswegen, weil ein solches Projekt einen niederschwelligen Zugang zu einem der größten musikalischen Kostbarkeiten möglich macht. Und das ist den Versuch allemal wert.