Erstellt am 01. Dezember 2015, 06:03

von Harald Knabl

Schuld sind nicht Obmänner alleine. Harald Knabl über die eher hoffnungslose Situation der beiden Regierungsparteien.

Ausweglos. Mit diesem Wort eines sehr hohen SPÖ-Parteifunktionärs im Lande lässt sich wohl die Situation der Sozialdemokratie am besten beschreiben. Ausweglos deshalb, weil der Partei auf Bundesebene gar nichts anderes übrig bleibt, als mit dem Dauerfeindbild ÖVP ein Land zu regieren, das immer mehr in die rechte Richtung driftet. Ohne, dass die linke Seite Chancen hätte, da etwas dagegenzusetzen.

Die Schuld dafür alleine bei Werner Faymann zu suchen, das wäre unfair. Der Bundeskanzler erkennt die Situation (auch die eigene) sehr wohl ganz richtig, weiß aber auch, dass, wenn er der SPÖ Macht erhalten will, nur ein Nebeneinander (ein Miteinander ist das schon lange nicht mehr) mit der ÖVP systemerhaltend ist. Sein Pech: Die Österreicherinnen und Österreicher haben das lange hingenommen, doch die Geduld neigt sich dem Ende zu.

All jene Stimmen in der eigenen Partei, die meinen, ein Obmannwechsel würde die Probleme lösen, irren jedoch. Den Wunderwuzzi, der die derzeitige politische Situation unbeschadet überstehen würde, gibt es nicht. Jeder in diesem Lande spürt, dass SPÖ und ÖVP einander nicht mögen, jeder halbwegs mitdenkende Bürger weiß aber auch um die Alternativen. Und es ist nicht richtig, dass die Mehrheit glaubt, dass diese Alternative wirklich besser wäre.

Alles hier Gesagte, ist fast deckungsgleich für die ÖVP zu verwenden. Mit dem Unterschied, dass man dort den Wechsel an der Spitze schon versucht hat. Nach einem Anflug von Hoch erfolglos, wie wir wissen.
Was bleibt also? Weiterwurschteln? Wahrscheinlich. Wie heißt es mittlerweile: Wann ist HC Strache am erfolgreichsten? Wenn er auf Ibiza ist.