Erstellt am 26. April 2016, 06:04

Sind Testpatienten für Ärztekontrollen notwendig?. Wie denkt ihr darüber? Diskutiert mit und stimmt ab!

 |  NOEN, JPC-PROD/Shutterstock.com
x  |  NOEN, zVg

PRO:
Bernhard Wurzer, Generaldirektor-Stellvertreter, Hauptverband der Sozialversicherungsträger

Das ist eine Aufregung, die übertrieben ist. Wir erfüllen mit dem Einsatz von Testpatienten lediglich einen gesetzlichen Auftrag. Ärzte, die sich rechtmäßig verhalten, und wir gehen davon aus, dass das zu 99 Prozent der Fall ist, werden nichts zu befürchten haben. Trotzdem wissen wir aus einer Umfrage, dass 15 Prozent jemanden kennen, der sich schon einmal einen Krankenstand erschlichen hat. So etwas darf nicht passieren. Das muss auch im Interesse der Ärztekammer sein. Kontrollen sind in allen anderen Bereichen ganz normal, wenn man an Steuerprüfungen, Arbeitsinspektorat oder Kontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln denkt.
Deshalb steht dort auch niemand gleich unter Generalverdacht.



x  |  NOEN, Martin Wieland

KONTRA:
Christoph Reisner, Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich

Ich bin überzeugt, dass unsere Ärzte korrekt arbeiten, wir müssen uns daher keine Sorgen machen. Die Signalwirkung ist aber sehr negativ. Die Krankenkasse ist unser Partner, wer empfindet eine Kon-trolle durch seinen Partner als angenehm?

Ärzte und Patienten vertrauen einander, sie belügen sich nicht. Bei einem Spitzel ist das anders, wir müssten die Aussagen mit aufwändigen und teuren Untersuchungen absichern. Mystery Shopping ist nach Elga und Registrierkasse ein weiterer Mosaikstein, der den Ärztemangel verstärkt. Die Krankenkassa überprüft schon jetzt Ärzte, indem Patienten befragt werden, ob abgerechnete Untersuchungen auch wirklich durchgeführt wurden. Es ist mir daher nicht klar, was das Ziel dieser neuen Kontrollen sein soll.