Erstellt am 05. April 2016, 08:51

von NÖN Redaktion

Soll die Herkunft der Zutaten in der Speisekarte stehen?. Wie denkt ihr darüber? Diskutiert mit und stimmt ab!

 |  NOEN, Syda Productions/Shutterstock.com
x  |  NOEN, Foto: LK NÖ

PRO: Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich und Niederösterreich

Die Außer-Haus-Verpflegung nimmt rapid zu. Mehr als 2,5 Millionen Menschen werden so tagtäglich verpflegt. Unsere Bauern erzeugen nach höheren Anforderungen als in anderen Ländern. Das will der Gesetzgeber so. Daher sollen diese hohen Standards, wie Gentechnikfreiheit oder strengere Tierwohl-Regeln, auch für die Einkäufe der öffentlichen Hand gelten. Und wenn jemand billig aus dem Ausland einkauft, wollen das die Gäste auch wissen. Mit Recht.

Es geht um Kantinen und Mensen oder Schulen und Kindergärten. Dort können sich die Menschen nicht aussuchen, was ihnen vorgesetzt wird. Da brauchen wir eine einfache und unbürokratische Information bei Tisch über die Herkunft von Fleisch und Eiern. Viele Gastronomen gehen mit gutem Beispiel voran.

x  |  NOEN, zVg

KONTRA: Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich

Die Herkunft aller in den Gerichten verwendeten Lebensmittel in der Speisekarte auszuweisen, ist absurd und teilweise sogar unmöglich. Die überwiegende Mehrheit der Gastwirte bezieht ihre Lebensmittel von ihren Zulieferern bzw. von Gastronomiefachmärkten, wobei sich deren Bezug von Einkauf zu Einkauf ändern kann. Das ständige Umschreiben von Speisekarten wäre ein kaum mehr zu bewältigender bürokratischer Aufwand.

Der Gesetzgeber hat dafür zu sorgen, dass nur einwandfreie Lebensmittel auf den Markt kommen, gleich woher diese stammen. Die Herkunft alleine ist jedenfalls noch kein Qualitätskriterium. Es finden sich genügend Restaurants, die sich freiwillig zu einer Kennzeichnung verpflichten – Stichwort AMA-Gütesiegel – das sollte man beibehalten.