Erstellt am 09. Februar 2016, 02:38

von Anita Kiefer

Sorge um Arbeitslose. Anita Kiefer über die prognostizierte steigende Abeitslosenquote in Österreich.

Für 2016 ist ein Anstieg der Arbeitslosenrate auf 6,2 Prozent prognostiziert, für 2017 sogar auf 6,4 Prozent. Erwartet wurde lediglich ein Anstieg auf 6,1 Prozent für 2016 und sogar nur 6,0 Prozent für 2017. War Österreich vor zwei Jahren noch das Land mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit, würde es mit diesen Zahlen auf Rang acht abrutschen.

Mit 5,8 Prozent liegt Österreich aktuell im Vergleich auf Rang fünf. Behält die EU-Kommission mit ihrer Winterprognose recht, fällt Österreich hinter Deutschland, Luxemburg, Malta, Tschechien, Dänemark, Ungarn und Großbritannien zurück.

Und: Es gibt nur vier Staaten, die eine höher prognostizierte Arbeitslosigkeit haben. Das sind neben Österreich auch Belgien, Frankreich und die Niederlande. Alle anderen Länder können hingegen mit einer stagnierenden bzw. der Großteil sogar mit einer sinkenden Arbeitslosenrate rechnen.

Besonders nachdenklich sollte machen, dass diese Verschlechterung der Arbeitslosigkeit in Österreich einhergeht mit guten Prognosen für die heimische Wirtschaft. Gerade der Privatkonsum und der Außenhandel dürften wachsen. Auch der EU-Kommission, die Österreich eine „langsame, wenn auch stabile“ wirtschaftliche Entwicklung bescheinigt, bereitet in ihrer Winterprognose gerade die hohe Arbeitslosigkeit Sorgen.

Was für die kommenden Jahre ebenfalls noch hinzukommt: Natürlich ist es auch die Migration, die die Lage am Arbeitsmarkt weiter zuspitzen kann. Angesichts dieses Wissens und den Erkenntnissen aus der EU-Winterprognose ist es nun höchste Zeit für die Bundesregierung, das Thema Arbeitslosigkeit in Österreich noch entschiedener anzugehen.

a.kiefer@noen.at