Erstellt am 09. Februar 2016, 02:33

von Bernhard Schiesser

Sport braucht Reform. Bernhard Schiesser über das Finanzdebakel beim ASV NÖ und seine Folgen.

Der Schaden im Allgemeinen Sportverband Niederösterreich ist längst angerichtet. Das verbandseigene Naturcamp in Prein an der Rax wurde um 320.000 Euro saniert. In Betrieb ging es nie, weil weitere kostspielige bauliche Adaptierungen nötig gewesen wären. Jetzt soll ein Notverkauf dem Desaster ein Ende setzen.

Fakt ist, dass beim ASV NÖ ein sechsstelliger Betrag in den Sand gesetzt wurde. Geld, das letztlich den Sportvereinen fehlen wird. Fakt ist auch, dass die Verluste der Misswirtschaft der ASV NÖ-Funktionäre zuzuschreiben sind.

Die Schieflage des ASV NÖ sollte Anlass sein, über die Sportstruktur nachzudenken. Jetzt darf freilich das Versagen eines der drei Dachverbände nicht den anderen beiden angelastet werden. Die Sportunion und der Arbeiter-Sport-Verband (ASKÖ) leisten in ihrem Bereich viel.

Wozu es allerdings drei – in je neun Landesverbände gegliederte – Dachverbände braucht, die Fördergelder verteilen und Vereinen beratend zur Seite stehen, ist weder klar noch zeitgemäß.

Sportlandesrätin Petra Bohuslav regte vor Monaten an, über eine neue Struktur nachzudenken. Und Recht hat sie. Eine Verschlankung und Professionalisierung der Sportstruktur wäre höchst an der Zeit. Letzteres hätte das Finanzdebakel in Prein an der Rax sicher verhindert. Eine entsprechende Reform kann von Niederösterreich aus aber lediglich angestoßen, nicht aber umgesetzt werden.

Die Sportstruktur kann nur bundesweit neu geregelt werden. Vor kurzem wurde Hans Peter Doskozil als neuer Minister für Landesverteidigung und Sport angelobt. Falls er dachte, den Sport als Beiwagerl mitlaufen zu lassen, dann hat er sich geschnitten. Seine Vorgänger ließen einiges an Arbeit auf ihrem Schreibtisch liegen.