Erstellt am 21. September 2015, 16:18

von NÖN Redaktion

Stallbetretungsverbot: Schutz des Eigentums oder Vertuschung?. Wie denken Sie darüber? Diskutieren Sie mit, und schreiben Sie Ihre Meinung in unserem Forum!

 |  NOEN, Budimir Jevtic / Shutterstock.com

PRO: Otto Auer, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ.

Den Schweinebauern geht es um die Sicherheit der Tiere – keineswegs um Verhüllung. Auf Nachfrage zeigen Schweinebauern ihre Ställe gerne Interessierten – natürlich in Stallkleidung! Eine Absprache mit dem Landwirt ist aus Sicherheitsgründen selbstverständlich erforderlich. 2016 soll die „Schweinegesundheitsverordnung“ in Kraft treten.

Ziel ist es, die Schweine durch Hygienemaßnahmen vor dem Eintrag von Erregern zu schützen und wirtschaftlichen Schaden zu verhindern. Auf vielen Schweinebetrieben sind solche Maßnahmen schon lange üblich: Bevor es in den Stall geht, werden beispielsweise Schuhe und Kleidung gewechselt und die Hände gewaschen. Dies gilt für den Betreuungstierarzt wie für die Besucher. Ein Grund für diese Vorsichtsmaßnahme ist etwa die drohende Afrikanische Schweinepest.

x  |  NOEN, zVg

KONTRA: Martin Balluch, Obmann des „Vereins Gegen Tierfabriken“.

Dieses Stallbetretungsverbot ist ohne jeden Zweifel ein Gesetz, dessen einziges Ziel es ist, die Aufdeckungsarbeit unseres Vereins zu behindern. Wir sind davon abhängig, dass uns engagierte Tierschützer Filme von Missständen aus Tierfabriken schicken. Und das soll mit diesem Gesetz erschwert werden.
Der „AgrarThinkTank“ der Landjugend Österreichs veröffentlichte im April 2015 seine Ideen für die Zukunft.

Zum Punkt „Tierschutz“ wurde gefordert, dass das Betreten von Stallungen durch Tierschützer verboten werden muss. Im Juli 2015 hat OÖ nach NÖ ein derartiges Betretungsverbot als „Feldschutzgesetz“ erlassen, ohne Bezug zur Tiergesundheit. Wie ein Artikel in der Zeitung „Wiener“ zeigt, filmen Tierschützer aber in keimfreier Montur.