Erstellt am 02. Februar 2016, 05:23

von Anita Kiefer

Stimmung verbessern. Anita Kiefer über die Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Niederösterreich.

Jedes Quartal bringt die Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Niederösterreich ein Stimmungsbild darüber, wie die heimischen Unternehmen die aktuelle und zukünftige wirtschaftliche Lage im Land einschätzen. Das aktuelle Stimmungsbarometer für das vierte Quartal 2015 ist alles andere als rosig, so viel ist fix.

Spannenderweise beurteilen die Unternehmen etwa die derzeitige Geschäftslage und den aktuellen Auftragsstand als durchwegs positiv. Der Blick in die Zukunft ist es, der den Unternehmen Sorge bereitet. Sowohl bei Produktionskapazität und Produktionstätigkeit in drei Monaten als auch beim Beschäftigungsstand in drei Monaten rechnet der überwiegende Teil der befragten Unternehmen mit einer Verschlechterung. Was die Geschäftslage und die Ertragssituation in sechs Monaten angeht, sind die Antworten unter positiv und negativ eingestellten Unternehmen zwar ausgeglichen. Ein optimistischer Ausblick sieht aber auch hier definitiv anders aus.

Die Wirtschaft steht und fällt mit der Stimmung der Unternehmer und der Einstellung, mit der sie in die Zukunft blicken. Solche Prognosen hemmen außerdem die Investitionsfreudigkeit der Unternehmen. Und sehen sie in der Zukunft immer mehr Bürokratiehürden – Stichwort Energieeffizienzgesetz –, wird sich diese Stimmung nicht so bald ändern. Viele scheuen vor einer Unternehmungsgründung aufgrund der Bürokratie zurück. Oder Unternehmer geben ihren Betrieb auf, weil sie die Last an Auflagen und Vorschriften nicht tragen können.

Ein Schlüsselthema, was die Stimmung im Land betrifft, wird der weitere Umgang mit der Flüchtlingssituation auf Bundes- und europäischer Ebene haben. Hier muss bald eine befriedigende Lösung auf den Tisch, wie die Menschen sinnvoll in den heimischen Arbeitsmarkt integriert werden können.