Erstellt am 05. April 2016, 07:47

von Bernhard Schiesser

Suarez darf nicht der Maßstab sein. Bernhard Schiesser über die Bissattacken von Christian Haselberger und Luis Suarez.

Es war die Geschichte der Fußball-WM 2014. Luis Suarez, der Beißer - Uruguays Star rammte seinem Gegenspieler Giorgio Chiellini die Hauer ins Fleisch.

Weil sich halt gar so lustige Wortspiele darüber konstruieren ließen und Suarez schon zuvor zweimal zugebissen hat, ging die Geschichte um die Welt. Ja, sogar Experten wurden zurate gezogen, die uns erklärten wie gefährlich Menschenbisse seien und Herrn Suarez eine Psychotherapie ans Herz legten. Nun, der Juventus-Verteidiger überlebte und haut seinen Gegenspielern kerngesund auf die „Rördln“ und Suarez wurde mit einer viermonatigen Sperre „therapiert“. Weitere Bisse sind nicht überliefert.

Die Partie Wr. Neustadt gegen FAC wäre sicher schnell vergessen worden, hätte nicht Christian Haselberger einem Gegenspieler in Suarez-Manier in die Schulter gebissen. Eine Unsportlichkeit, gar keine Frage – wer jetzt aber eine ähnlich hohe Strafe fordert, schießt übers Ziel hinaus. St. Pöltens Jefferson wurde im Herbst drei Spiele gesperrt, nachdem er seinen Gegenspieler angespuckt hatte. Beißen, Spucken, Kratzen und Haarereißen sollten gleich sanktioniert werden. Und weil alle vier Vergehen gar so hinterfotzig sind, noch mit drei Tagen Fernsehverbot obendrauf.