Erstellt am 09. Mai 2016, 13:09

von Klaus Küng

Über die Rolle der Mütter in der Gesellschaft. Bischof Klaus Küng über den Muttertag als Anstoß, Mütter besser zu unterstützen.

„Du meine Güte!“ So lautet ein Ausruf, oft von besorgten Müttern, wenn etwas passiert, worüber man sich erschreckt. Viele solcher Wendungen oder Ausdrücke verwenden wir spontan, sie sind Teil unserer Sprache und Kultur. Wo sie herkommen oder wie sie sich gebildet haben, ist uns meist nicht bekannt.

„Mir ist das erst jetzt bewusst geworden“, sagen wir oft, wenn wir Hintergründe, Sinn und Zusammenhänge besser erkennen.

Auch der Muttertag enthält solche Bewusstmachungen, persönlich und als Gesellschaft. Da geht es nicht um Rollenklischees – und es soll auch nicht darum gehen – sondern um Dankbarkeit und Zukunft. Und diese Zukunft verlangt immer wieder konkrete Taten und effektive Rahmenbedingungen.

Der Muttertag ist so ein Datum, an dem wir uns fragen können als Kirche, Staat und Gesellschaft: Was können wir konkret tun bis zum nächsten Jahr? Was gehört geändert? Wo können wir Mütter mit Kindern besser unterstützen?

In der Heiligen Schrift spielt die Mutter eine große Rolle. Sogar der Friede in Gott wird mit dem Bild einer Mutter mit ihrem Kind beschrieben: „Wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.“ Die Wertschätzung der seelischen oder leiblichen Mutterschaft beginnt bei jedem selbst. Unsere Gegenwart braucht die Mutter bzw. die Mütterlichkeit mehr denn je.

„Die Schwächung der mütterlichen Gegenwart mit ihren weiblichen Eigenschaften ist eine ernste Gefahr für unsere Erde. Tatsächlich sind die Mütter das stärkste Gegenmittel gegen die Verbreitung des egoistischen Individualismus. Sie sind es, die die Schönheit des Lebens bezeugen“, so Papst Franziskus in klaren Worten.