Erstellt am 13. Oktober 2015, 06:02

von Wolfgang Wallner

Unnötig wie ein Kropf. Wolfgang Wallner über den Streitfall in der heimischen Keglerszene.

Vordergründig geht’s um’s Regelwerk. Darum, ob Niederösterreichs Verband eigenmächtig Regeln erarbeitet hat oder bloß einen Vorstandsbeschluss auf Bundesebene umsetzt.

Im Kern geht’s aber – wie so oft – um persönliche Befindlichkeiten. Um Streitigkeiten, die wieder auf dem Rücken der Sportler ausgetragen werden. Und das ist unnötig wie ein Kropf. Denn was die heimischen Topvereine dafür können, wenn sich die Verbandsspitze in die Wolle kriegt, ist leicht erklärt. Nämlich gar nichts.
An sich ist die Idee ja blitzgescheit: Den Spielbetrieb in den unteren Kegelklassen sollen die organisieren, die die regionalen Verhältnisse am besten kennen. Nämlich die Landesverbände. Ein einschlägiger Beschluss liegt auf dem Tisch. So weit, so gut.

Die NÖ-Funktionäre waren in dieser Sache besonders (vor-)eilig und haben mit ihrem Vorpreschen den Zorn des Österreichischen Sportkeglerbundes auf sich gezogen. Der wittert einen Affront aus blau-gelben Landen und stellt den Niederösterreichern die Rute ins Fenster.

Per Aussendung wird sogar mit dem Ausschluss aus der Meisterschaft gedroht. Mehr als eine Drohgebärde ist das wohl nicht. Aushängeschilder, wie den mehrfachen Champions-League-Starter BSV Voith St. Pölten, aus der Liga zu schmeißen, wird sich der heimische Kegelsport nicht leisten können. Mit einer solchen Entscheidung würde sich der österreichische Sportkeglerbund selbst ins Knie schießen. Das weiß man in der Zentrale, das weiß man auch im Landesverband. Entsprechend locker nehmen’s die Betroffenen.

Dennoch: Sportler in „Geiselhaft“ zu nehmen, ist nicht die feine Art. Und vor allem nicht die beste Möglichkeit, um Streitigkeiten vom Tisch zu kriegen. Miteinander reden wäre da die Methode der Wahl.