Erstellt am 28. September 2015, 10:03

von Anita Kiefer

Unnötige Verhärtung der beiden Fronten. Anita Kiefer über den Eklat zum Auftakt der Metaller-Herbstlohnrunde.

Traditionell eröffnen die 180.000 Metaller die Herbstlohnrunde, so auch vergangenen Donnerstag. Dass Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter beim Feilschen um Kollektivverträge mit harten Bandagen kämpfen, hat ebenso Tradition. Dass gleich zu Beginn der Industriefachverband FMMI die Gespräche abbricht, kam dennoch unerwartet.

Geplant war, dass in den wirtschaftspolitischen Gesprächen zum Auftakt beide Seiten ihre Standpunkte präsentieren. Dem FMMI jedoch stößt vor allem die von den Gewerkschaften geforderte Ausweitung der sechsten Urlaubswoche auf alle Arbeitnehmer ab 25 Dienstjahren sauer auf. FMMI-Geschäftsführer Berndt-Thomas Krafft hatte zuerst von „Regierungsparteien und den Gewerkschaften Klarheit zu den Rahmenbedingungen gefordert“, ehe die Verhandlungen weitergehen könnten. Die Gewerkschaften haben eine Betriebsrätekonferenz angekündigt.

Dieser Gesprächsabbruch ist – auch wenn eine weitere Runde vereinbart wurde – nicht der Stein der Weisen. Er verhärtet die Fronten unnötigerweise. Vor allem in einer Zeit, in der es mit dem Asylthema ohnehin einen großen Unruheherd in der Gesellschaft gibt.