Erstellt am 26. April 2016, 06:44

von Abt Maximilian Heim OCist

Unsere Skisportler bei Papst Franziskus. Abt Maximilian Heim OCist (Stift Heiligenkreuz) über Sportler als Integrationsfiguren in unserer Gesellschaft.

Am vergangenen Mittwoch hat Papst Franziskus eine 80-köpfige Delegation des Österreichischen Skiverbandes, angeführt durch den Präsidenten Peter Schröcksnadel, im Vatikan empfangen. Die hochrangigen Stars wurden begleitet vom Salzburger Erzbischof Franz Lackner und von Pater Johannes Paul Chavanne OCist. Letzterer ist Zisterziensermönch von Heiligenkreuz und österreichischer Seelsorger für die Olympischen und Paralympischen Spiele. Er berichtete: „Viele Sportler haben mir gesagt, dass es für sie ein einzigartiges Erlebnis gewesen ist, das man nur einmal im Leben hat. Sportler sind ganz normale Menschen. Sie sind religiös oder weniger religiös und viele von ihnen beten.“ So war es für den Seelsorger auch eine bewegende Erfahrung, dass alle die „Heilige Pforte der Barmherzigkeit“ des Petersdomes in diesem Heiligen Jahr durchschritten haben.

Warum ist eine solche Begegnung so beeindruckend? Hier begegnen sich Persönlichkeiten, die auf ganz unterschiedliche Weise einen großen Grad der Bekanntheit erreichten. Aber dieser messbare „Erfolg“ allein berührt noch nicht unbedingt das Herz. Viel wichtiger ist die Menschenfreundlichkeit, die in einer solchen Begegnung sichtbar wird. Papst Franziskus ließ es sich deshalb nicht nehmen, einem jeden die Hand zu geben und sich auch für die Spende zu bedanken, die er für die seelsorgliche Betreuung und Therapie wie für die Berufsausbildung von 200 Kindern im Kindergefängnis in Kampiringisa (Uganda) einsetzt. Immer wieder lässt Papst Franziskus erkennen, wie wichtig die Barmherzigkeit ist, die Ärmsten der Armen nicht zu vergessen.

Der Sport hat in der Gesellschaft eine integrierende Funktion, weil er vor allem die Jugendlichen fasziniert und verbindet. Wörtlich sagte Papst Franziskus zu den Sportlern: „Sie sind Vorbilder, vor allem für viele Jugendlichen. Aber Sie sind auch Integrationsfiguren – nicht nur wegen der sportlichen Leistungen, sondern aufgrund der Tugenden und Werte, für die der Sport steht: Einsatz, Ausdauer, Zielstrebigkeit, Fairness, Solidarität, Teamgeist. Mit ihrem Beispiel tragen Sie zur Formung der Gesellschaft bei. Seien Sie immer Botschafter der einheitsstiftenden Kraft des Sportes.“

Im Hinblick auf die Schönheit unserer österreichischen Heimat wies der Heilige Vater auch darauf hin, dass die Sportler „Botschafter zur Bewahrung der Umwelt und Schönheit der Schöpfung Gottes“ seien.

Für viele war diese Begegnung deshalb so bewegend, weil sie in Papst Franziskus das menschenfreundliche Gesicht der Kirche erkennen konnten. Der Papst möchte alle Menschen einladen, als große Familie Gottes diese menschliche Nähe, die uns der Glaube an Gott schenkt, zu suchen.