Erstellt am 19. April 2017, 03:00

von Anita Kiefer

Eine Übernahme ist eine kluge Sache. Anita Kiefer über die angedachte Übernahme der NÖM AG durch die Milchgenossenschaft MGN.

Die Milchbauern der Milchgenossenschaft Niederösterreich MGN wollen Alleineigentümer der NÖM AG mit Sitz in Baden werden – und das wenn möglich bis Ende des Jahres. Diese Meldung hat in der Vorwoche für Überraschung gesorgt. Die MGN hält seit dem Vorjahr bei 25 Prozent der Anteile an der NÖM AG, die übrigen 75 Prozent gehören noch der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien.

Überraschend ist natürlich nicht der Übernahmewille, sondern dass die Milchbauern nach der bisher sukzessive ansteigenden Anteile an der NÖM AG jetzt Alleineigentümer werden wollen. „Wir trauen uns jetzt drüber“, so Leopold Gruber-Doberer, Geschäftsführer der MGN. Man habe jetzt den letzten Kauf von fünf Prozent der Anteile verkraftet.

Außerdem sei die NÖM AG wirtschaftlich stabil. Für die Milchbauern macht es natürlich Sinn, Alleineigentümer der NÖM AG, der zweitgrößten Molkerei in Österreich, zu sein, die sie beliefern. Für das Jahr 2017 beträgt laut Angaben der MGN der Lieferumfang mit der NÖM AG übrigens 400 Millionen Kilo Milch – ein Plus von 12 Millionen Kilo.

Dass Milchgenossenschaften mit ihrem Modell im schwierigen Umfeld grundsätzlich funktionieren, hat unter anderem auch der Wegfall der Milchhandelsgesellschaft „Freie Milch Austria“ gezeigt.