Erstellt am 05. Juli 2016, 02:16

von Anita Kiefer

Für Großbritannien wird es nicht leichter. Anita Kiefer über Armutsgefährdung innerhalb und außerhalb der Europäischen Union.

Bis 2020 will die Europäische Union die Zahl der von Armut bedrohten Menschen in Europa senken. Und zwar von 118 Millionen Menschen im Jahr 2010 auf unter 100 Millionen. Davon ist die EU leider noch weit entfernt: 2010 waren 23,8 Prozent der EU-Bürger von Armut bedroht, in den folgenden vier Jahren stieg dieser Anteil jedoch auf 24,4 Prozent – was rund 122 Millionen Menschen entspricht.

Diese Zahlen sprechen natürlich nicht für die Kompetenzen der EU in Sachen Armutsbekämpfung. Es besteht Handlungsbedarf, keine Frage. Noch misslicher allerdings könnte die Lage für das Land werden, das sich jetzt für einen Austritt aus der EU entschieden hat. 2014 waren 24,1 Prozent der Menschen in Großbritannien von Armut bedroht, ein Wert knapp unter dem EU-Schnitt. Experten vermuten, dass in Großbritannien nach dem Brexit-Votum die Arbeitslosigkeit weiter steigen wird und sich die wirtschaftliche Lage für viele Briten verschlechtern wird.

Das sollte jenen zu denken geben, die über ein Referendum über den Verbleib Österreichs in der EU nachdenken. Denn ein Austritt verschlechtert die Standortqualität, Betriebe könnten abwandern, Handel erschwert werden. Das und die große Unsicherheit, die aktuell in Großbritannien herrscht, sollten wir Österreich ersparen.