Erstellt am 15. Dezember 2015, 06:08

von Martin Gebhart

Vor Zerreißprobe. Martin Gebhart über den Ärger der Wirte und die Situation der Vereine.

Dass sich bei den Wirten wegen verschiedenster neuer Verordnungen – von der Kennzeichnung der Allergene über die Registrierkassen bis hin zum totalen Rauchverbot – einiges zusammenbraut, hat Landeshauptmann Erwin Pröll handeln lassen. Vor wenigen Woche wurde ein Aktionspaket für die Wirte präsentiert, in der Vorwoche stellte er eine Ombudsstelle vor, die helfen soll, wenn sich Unternehmer von der Finanzpolizei schikanös behandelt fühlen. Die Beschwerden, die ihn dazu veranlasst haben, waren größtenteils aus dem Gastronomiebereich gekommen.

Wer glaubt, dass mit solchen Maßnahmen lediglich dem Wirtschafts- oder dem Finanzministerium eins ausgewischt werden soll, der liegt falsch. Es geht bei diesen Hilfsmaßnahmen nicht nur um die Gastronomie, auch wenn sie für diese ausgelegt worden sind. Es geht vielmehr auch um das sensible Verhältnis zwischen Gastronomie und den Vereinen in den einzelnen Orten. Je mehr sich die Wirte durch immer neue Verordnungen ins Eck gedrängt sehen, desto mehr steigt auch der Unmut über Erleichterungen für Vereine, auf die im Namen der Gemeinnützigkeit und des Ehrenamts behördlich kein so strenges Auge gelegt wird. Und für die teilweise Ausnahmen gelten, die Wirte für sich als großen Konkurrenznachteil sehen. Eine Anzeigenflut gegen Vereinsfeste – in einigen Fällen auch zurecht – hat in diesem Sommer deutlich gemacht, wie verfahren die Situation bereits ist.

Deswegen sind die Maßnahmen des Landes für die Gastronomie auch unter dem Aspekt zu sehen, dass eine Zerreißprobe zwischen Freiwilligenvereinen und den Wirten in den Gemeinden vermieden werden muss. Beide Seiten wollen gerecht behandelt werden, niemand will ins Hintertreffen geraten. Und ein florierendes Gemeindeleben braucht beide als Standbeine.