Erstellt am 29. Dezember 2015, 05:48

von Anita Kiefer

Wert des Alters schätzen. Anita Kiefer über Personen, die mit über 50 Jahren arbeitslos werden, und entsprechende Beschäftigungsmaßnahmen.

Exakt 17.727 Personen, die älter als 50 Jahre sind, waren im November 2015 beim AMS Niederösterreich arbeitslos gemeldet. Das sind um zwölf Prozent mehr als noch im Vergleichszeitraum 2014. In ganz Österreich steigen die Arbeitslosenzahlen der älteren Arbeitnehmer dramatisch an: Waren 2008 im Jahresdurchschnitt 43.445 Personen zwischen 50 und 65 Jahren beim AMS arbeitslos gemeldet, waren es 2014 im Jahresdurchschnitt 81.424 – das entspricht einem Anstieg um 87 Prozent!

Diesen dramatischen Zahlen wird vom AMS etwa die Finanzierung von entsprechenden Beschäftigungsprojekten wie jenem vom Verein Ökokreis in Ottenstein entgegengehalten. Ein guter Ansatz ist dabei auch die ursprünglich niederösterreichische Kampagne „Einstellungs-Sache 50+“. Diese wird mittlerweile bundesweit umgesetzt und soll Bewusstsein über die Potenziale der 50+-Arbeitskräfte schaffen und Betriebe (auch durch eine Lohnkostenförderung) animieren, langzeitarbeitslose Jobsuchende aufzunehmen.

Solche Kampagnen gibt es nicht nur angesichts der aktuellen Zahlen, sondern sie sollen auch für die Zukunft vorsorgen: In Österreich sind aktuell 1,75 Millionen Menschen zwischen 50 und 65 Jahre alt. 2020 wird ein Drittel der Erwerbsfähigen in diesem Alter sein. Österreichs Bevölkerung wird älter: In den vergangenen 40 Jahren ist das Durchschnittsalter um sechs Jahre auf 42,2 Jahre gestiegen.

Was dieser Entwicklung noch nachhinkt, ist das Bewusstsein von vor allem Arbeitgebern für die Qualität der Arbeitnehmer 50+. Österreich braucht diese Arbeitnehmer nicht nur aufgrund der Tatsache, dass die Bevölkerung immer älter wird und auch das Pensionsantrittsalter weiter steigen wird. Die Arbeitnehmer 50+ bringen auch einen unschätzbaren Wert an Erfahrung, sozialer Kompetenz und Führungspotenzial mit.