Erstellt am 01. März 2016, 06:59

von Martin Gebhart

Plädoyer für Gymnasien. Beim Landestag in Baden zeigte eine hochrangige Delegation aus dem NÖ Landhaus, dass man hier zu der Langform der Gymnasien steht.

Gemeinsam für die Langform des Gymnasiums und gegen die Gesamtschule: Landesschulratspräsident Johann Heuras, VP-Landesrätin Barbara Schwarz, Vorsitzende Eva Teimel, VP-Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka und GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer.  |  NOEN, Jedlicka

In der ORF-Pressestunde manifestierte SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek nochmals ihre Position zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. Sie stehe zu den vereinbarten – auf 15 Prozent pro Bundesland limitierten – Modellregionen. Sie sei aber auch nicht dagegen, wenn es im parlamentarischen Prozess dann mehr würden. In ihrem Heimatbundesland Niederösterreich wurde wenige Tage zuvor eine andere Bildungsbotschaft verkündet: Kein Interesse an einer Modellregion in NÖ, dafür ein klares Bekenntnis zur Langform des Gymnasiums.

Anlass war der Landestag der Gewerkschaft der allgemein bildenden höheren Schulen (AHS) in Baden. Da konnte Vorsitzende Eva Teimel aus St. Pölten nicht nur den Landesschulratspräsidenten Johann Heuras, sondern auch VP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz und NÖAAB-Obmann Landesvize Wolfgang Sobotka begrüßen. Teimel: „Da sieht man die Wertschätzung in Niederösterreich für das Gymnasium. Hier fördert man den Pluralismus.“

Ressourcen werden immer weniger

Diese Unterstützung war den AHS-Gewerkschaftern auch sehr wichtig, weil die Befürchtung da ist, dass die Gymnasien langfristig unter die Räder kommen. Die Realität zeige, dass bereits jetzt die – aus dem Bildungsministerium zugeteilten – Ressourcen immer weniger werden. Teimel: „Es scheint so, dass die Gymnasien vom Ministerium bewusst ausgehungert werden.“

Die Ergebnisse des Landestags werden nun in den Bundestag im April einfließen. Dazu werden verschiedene Anträge – speziell jener zum differenzierten Schulsystem – auch an die Bundes- und Landesregierung geschickt werden.

Sobotka bekräftigte Bekenntnis zu Gymnasien

Nach dem AHS-Tag bekräftigte jedenfalls Wolfgang Sobotka das Bekenntnis zu den Gymnasien. „Wir stehen hinter unseren Gymnasien und den mehr als 3.600 AHS-Lehrerinnen und Lehrern. Die Gymnasien garantieren besonders in herausfordernden Zeiten ausgezeichnete Schulbildung auf hohem Niveau. Gesamtschultendenzen sind bildungspolitischer Wahnsinn. Gleichmacherei und Nivellierung nach unten bringen junge Menschen morgen nicht nach vorne. Wir brauchen Ausbildungsstätten auf hohem Niveau und werden für den Erhalt unserer AHS-Schulen kämpfen.“